
Überleben bei Hochwasser und Überschwemmung: Sicherheit beim Camping am Fluss und Checkliste Notfallrucksack
▶ JETZT KOSTENLOS SPIELENKein Download · Handy oder PC · 3–5 Minuten pro Runde · 10 SprachenFlusshochwasser kann sich über Stunden aufbauen – doch wenn Starkregen am Oberlauf oder ein Dammablass hinzukommen, steht das Ufer in wenigen Minuten unter Wasser. Am frühen Morgen des 6. September 2009 ließ am Imjin ein Staudamm flussaufwärts jenseits der Grenze ohne Vorwarnung Wasser ab, der Pegel stieg plötzlich, und 6 Menschen, darunter Camper am Ufer, kamen ums Leben. Dieser Text ordnet die Schritte in der Reihenfolge, in der sie tatsächlich anstehen, nach offiziellen Quellen (Koreanischer Wetterdienst, Ministerium für Inneres und Sicherheit, Nationale Feuerwehrbehörde, Korea Transportation Safety Authority). Am Ende steht eine Checkliste für den Notfallrucksack.
1. Vor dem Camping am Fluss: Platz und Informationen
- Nachts nicht am Flussufer, auf Uferflächen oder Kiesbänken zelten. Dort kommt das Wasser zuerst.
- Unwetterwarnungen und Ablassmeldungen prüfen. Wetterdienst, Warn-SMS, Durchsagen der Gemeinde. Bei Starkregen Camping, Baden und Angeln beenden und sofort in Sicherheit gehen (Koreanischer Wetterdienst, Verhaltensregeln bei Starkregen).
- Den Weg ins Höhere schon bei Tageslicht ansehen. Zufluchtsorte wie Deich, Hügel oder Gemeindehaus – und niedrige Wege wie Holzstege über Gräben oder Furtbrücken, die zuerst überflutet werden.
- Notfallrucksack an den Zelteingang. Liegt er im Kofferraum, musst du ins Tiefe, um ihn zu holen.
2. Wenn der Alarm kommt: erst losgehen, dann prüfen
Bei Warn-SMS, Sirene oder Durchsage sofort aufstehen, Schuhe an und ins Höhere. In der Minute, in der man die Nachricht wieder und wieder liest, kann der Fluss um zig Zentimeter steigen. Auf dem Weg nach draußen an Nachbarzelte klopfen und laut rufen. Viele schlafen mit Ohrstöpseln oder hören die Durchsage wegen des Regens nicht. Eine Trillerpfeife ist am weitesten zu hören. Zelt und Ausrüstung bleiben zurück.
3. Wohin: weg vom Fluss, zur nächsten Anhöhe
Steigt das Wasser auch nur ein wenig, sofort in höhere Lagen oder zum nächsten Zufluchtsort (Koreanischer Wetterdienst, Ministerium für Inneres und Sicherheit). Fluchtwege meiden Flussufer, Bergpfade, Strommasten und Transformatoren sowie überflutete Bereiche. Lieber einen kleinen Umweg über den Weg oben am Hang. Einstöckige Toiletten- oder Verwaltungsgebäude können bis zum Dach volllaufen und taugen nicht als Zuflucht.
4. Kein fließendes Wasser durchqueren (15 cm · 30 cm)
Laut FEMA und National Weather Service (NWS) in den USA können schon 15 cm fließendes Wasser einen Menschen umwerfen, 30 cm ein Auto wegspülen. Nachts sieht man weder Tiefe noch Strömung. Überflutete Straßen und Brücken können beschädigt sein – nicht überqueren. Ist der Weg abgeschnitten, umgehen oder an der nächsten Anhöhe 119 rufen und auf Hilfe warten (Koreanischer Wetterdienst, Verhaltensregeln bei Starkregen).
5. Das Auto zurücklassen
- Bei steigendem Wasser nicht versuchen, mit dem Auto rauszufahren. Flussufer-Parkplätze, Zufahrten und Furtbrücken werden zuerst überflutet.
- Die Korea Transportation Safety Authority rät: Straßen, auf denen mehr als die halbe Reifenhöhe unter Wasser steht, nicht befahren und das Auto verlassen. In Versuchen ließen sich die Türen ab etwa 50 cm Wasserstand wegen des Wasserdrucks kaum öffnen.
- Dringt Wasser ein, mit der Metallstange der Kopfstütze oder einem Nothammer die Ecke des Seitenfensters einschlagen und aussteigen. Nicht im Auto warten.
6. Eingeschlossen: zuerst den Standort melden, dann Signale geben
- Wer auf einem Dach oder Baum eingeschlossen ist, durchquert kein Wasser mit Gewalt und schwimmt nicht los.
- Bei 119 zuerst das „Wo“: Name des Campingplatzes, Gebäude, Nummer des nächsten Strommasts, koreanische Gitter-Standortnummer. Danach, wie viele Personen in welchem Zustand.
- Mit Taschenlampe (3× kurz · 3× lang · 3× kurz) und Trillerpfeife Signale geben. Die Stimme geht im Wasserrauschen unter.
- Zu Ertrinkenden nicht hinterherspringen, sondern etwas Schwimmfähiges wie Seil, leere Flasche oder Kühlbox zuwerfen und 119 informieren (Nationale Feuerwehrbehörde Korea, Wasserrettung).
7. Bis zur Entwarnung nicht zurückkehren
Auch wenn das Wasser kurz zurückgeht, kann es durch weiteren Ablass oder Regen wieder steigen. Nicht zum Fluss hinuntergehen, um nach Auto oder Zelt zu sehen. Wer nass lange im Regen ausharrt, kann selbst im Sommer unterkühlen. In Regenponcho oder Rettungsdecke hüllen und eng zusammensitzen oder in die ausgewiesene Notunterkunft (Gemeindehaus, Schule) wechseln. Gerissene Stromleitungen und nasse elektrische Anlagen nicht berühren. Nach der Entwarnung in der Notunterkunft registrieren, sonst gilt man weiter als vermisst.
Checkliste Notfallrucksack — 72 Stunden durchhalten
Das koreanische Ministerium für Inneres und Sicherheit empfiehlt in seinen Verhaltensregeln, Trinkwasser, Notration, Taschenlampe, Kofferradio, Powerbank, Hausapotheke, Masken, Trillerpfeife, ID-Kopie und Bargeld in den Notfallrucksack zu packen und ihn nahe am Ausgang aufzubewahren. Die britische Regierung (Be Ready) rechnet mit drei Tagen (72 Stunden) und empfiehlt 3 L Trinkwasser pro Person und Tag, Essen ohne Kochen, ein FM-Radio mit Batterie oder Kurbel, Taschenlampe und Ersatzbatterien, Bargeld, Kopien von Reisepass und anderen Dokumenten sowie Hausapotheke. Das Amt des japanischen Premierministers empfiehlt Wasser und Notverpflegung für mindestens 3 Tage, für große Katastrophen für 1 Woche.
- ☐ Trinkwasser — 3 L pro Person und Tag × 3 Tage
- ☐ Notration — 3 Tage Essen ohne Kochen (Konserven, Nüsse, Energieriegel)
- ☐ Taschenlampe + Ersatzbatterien (statt Kerzen)
- ☐ Kofferradio (Batterie oder Kurbel)
- ☐ Powerbank (voll geladen)
- ☐ Erste-Hilfe-Set, Hausapotheke, verschreibungspflichtige Medikamente
- ☐ Trillerpfeife
- ☐ Rettungsdecke, Regenponcho
- ☐ Bargeld (etwas in Scheinen und Münzen)
- ☐ Kopien von Ausweis und wichtigen Dokumenten
- ☐ Masken, Handschuhe, Feuchttücher
Beim Camping gehört dieser Rucksack an den Zelteingang, zu Hause in den Flur an die Haustür. Statt Hamsterkäufen einfach beim Einkaufen nach und nach ergänzen.
Mit der Simulation üben
Eine Liste zu lesen ist leicht – sich daran zu erinnern, wenn dich um 2 Uhr nachts eine Sirene weckt, ist schwer. „Nacht am Imjin – Ablass ohne Vorwarnung“ ist ein kostenloses Browserspiel, in dem du diese Entscheidungen auf einem Campingplatz am Fluss unter Zeitdruck selbst triffst (Campingplatz und Personen sind fiktiv). Zur Spielanleitung
Quellen
- Koreanischer Wetterdienst (Weather Nuri), „Verhaltensregeln bei Starkregen und Hochwasser“
- Ministerium für Inneres und Sicherheit (Korea), Nationales Katastrophenschutzportal: Verhaltensregeln und Verhaltensregeln für Bürger (Notfallrucksack)
- Nationale Feuerwehrbehörde Korea: Hinweise zum Notruf 119, Wasserrettung, Erste Hilfe
- Korea Transportation Safety Authority: Versuche und Hinweise zu überfluteten Fahrzeugen
- FEMA · National Weather Service (NWS), USA: „Turn Around, Don’t Drown“ (15 cm · 30 cm)
- Britische Regierung, Be Ready (beready.campaign.gov.uk) — Notvorrat für 3 Tage
- Amt des japanischen Premierministers, „災害に備えて“ — Vorrat für mindestens 3 Tage bzw. 1 Woche
- Medienberichte über das Unglück am Imjin im September 2009 und den Gunnam-Hochwasserschutzdamm
FAQ
Was tue ich zuerst, wenn beim Camping am Fluss eine Ablasswarnung kommt?
Erst losgehen, dann prüfen. Schuhe an, nur den Notfallrucksack nehmen, Nachbarzelte wecken und zur nächsten Anhöhe wie Deich oder Hügel gehen. Zelt, Ausrüstung und Auto bleiben zurück.
Darf ich durchs Wasser, wenn es seicht aussieht?
Nein. Fließendes Wasser wirft schon bei 15 cm Menschen um und lässt bei 30 cm Autos schwimmen. Nachts sieht man die Tiefe nicht. Umgehen oder oben bleiben und 119 informieren.
Und wenn ich im Auto sitze und das Wasser steigt?
Sofort das Auto verlassen. Geht die Tür wegen des Wasserdrucks nicht auf, mit der Metallstange der Kopfstütze oder einem Nothammer die Ecke des Seitenfensters einschlagen. Nicht im Auto warten.
Was gehört in den Notfallrucksack?
Trinkwasser (3 L pro Person und Tag × 3 Tage), Notration, Taschenlampe und Batterien, Kofferradio, Powerbank, Hausapotheke, Trillerpfeife, Rettungsdecke und Regenponcho, Bargeld, ID-Kopie. Das empfehlen das koreanische Ministerium für Inneres und Sicherheit, die britische und die japanische Regierung gleichermaßen.
Für wie viele Tage brauche ich Notvorrat?
Mindestens für 3 Tage (72 Stunden), für große Katastrophen möglichst für 1 Woche. Am besten Lebensmittel ohne Kochen, Haltbarkeit prüfen und regelmäßig austauschen.
Darf ich hinunter, sobald das Wasser zurückgeht?
Warte auf die Entwarnung. Durch weiteren Ablass oder Regen kann das Wasser wieder steigen, und auch Trümmer im Schlamm und gerissene Stromleitungen sind gefährlich.
Was tue ich, wenn jemand ins Wasser gefallen ist?
Nicht hinterherspringen. Etwas Schwimmfähiges wie Seil, leere Flasche oder Kühlbox zuwerfen und 119 den genauen Standort melden.
Was sage ich beim Notruf 119 zuerst?
Das „Wo“. Zuerst einen auffindbaren Standort wie Name des Campingplatzes, Gebäude, Nummer des Strommasts oder koreanische Gitter-Standortnummer, danach Zahl und Zustand der Personen.